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Stellungnahmen

Die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes lehnen die grüne Gentechnik ab

Die Kreisobmännertagung des Bayerischen Bauernverbandes hat sich am 24.04.2008 erneut intensiv mit der Thematik „Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft“ auseinandergesetzt. Als wesentliches Ergebnis der Diskussion ist festzuhalten:

Die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes lehnen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aufgrund nach wie vor noch zu vieler ungeklärter Risiken ab. Gleichzeitig stellen sie fest, dass für die Zulassung des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen die Politik verantwortlich ist. Umso mehr gilt es, Konflikte innerhalb der Landwirtschaft nicht zuzulassen.

Darüber hinaus haben die Kreisobmänner folgende berufsständische Anliegen beschlossen:

  1. Die Ablehnung des Anbaus von GVO aufgrund einer Reihe von heute noch nicht verlässlich abschätzbaren Risiken geschieht insbesondere in Verantwortung des Schutzes von Mensch, Tier und Natur. Auch die Verbraucher sprechen sich eindeutig gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aus.
  2. Der Bayerische Bauernverband lehnt die Patentierung von Pflanzen und Tieren entschieden ab. Es ist dringend erforderlich, in diesem Sinne die EU-Biopatentrichtlinie schnellstens zu ändern.
  3. Erzeugern, Verarbeitern und Verbrauchern muss beim Kauf und Bezug Wahlfreiheit zwischen gentechnisch veränderten und gentechnisch nicht veränderten Erzeugnissen garantiert werden.
  4. Entgegen der Empfehlung des Bayerischen Bauernverbandes lässt das Europäische und Nationale Recht den Anbau zugelassener, genetisch veränderter Sorten zu. Gegen den Anbau gerichtete Maßnahmen wie Gewalt, zu Gewalt aufrufende Aktionen, psychosozialer Druck, Verletzung des Eigentums etc. lehnen die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes strikt ab.
  5. Wichtigste Grundvoraussetzung für die Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden ist die Saatgutreinheit. Die BBV-Kreisobmännertagung setzt sich deshalb für EU-weit gültige Schwellenwerte für zufällig und technisch unvermeidbare gentechnische Verunreinigungen in Saat- und Pflanzgut von unter 0,1 % ein.
  6. Verbindliche Anbauregeln müssen EU-weit gelten und den Schutz der gesamten Landwirtschaft und damit auch der Nicht-Anwender der Gentechnik gewährleisten. Dabei sind auch Wetterkapriolen hinsichtlich der Auskreuzungsproblematik zu berücksichtigen. So lehnen die Kreisobmänner z. B. unterschiedliche Abstandsregelungen zu benachbarten Flächen strikt ab.
  7. Um den Nutzen und die Risiken der Gentechnik für die gesamte Landwirtschaft objektiv beurteilen zu können, ist eine unabhängige und transparente Forschung notwendig. Dabei muss Forschung von wissenschaftlichen Einrichtungen optimal koordiniert werden und auf möglichst wenige Standorte begrenzt werden. Forschung muss sowohl in Verbindung mit Langzeitfütterungsversuchen als auch in Verbindung mit Untersuchungen auf ökologische Auswirkungen stattfinden. Freilandversuche sind auf das notwendige Maß einzuschränken.
  8. Der Bayerische Bauernverband spricht sich für die Ausweitung von gentechnikanbaufreien Zonen auf freiwilliger Basis aus. Die Entscheidung über derartige Zonen liegt allein bei den Bauern.
  9. Zur Bewältigung aktueller Fragestellungen, wie z. B. die Bekämpfung des Maiszünslers, ist es dringend notwendig, wieder verstärkt die Möglichkeiten der klassischen Pflanzenzüchtung zu nutzen und von Seiten des Staates auch die hierzu notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen.

Des Weiteren fordern die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes ein sofortiges Anbauverbot von MON810 (siehe Stellungnahme vom 24.4.).

Artikel zum Thema:

27. Januar 2008
Slow Food zur Gentechnik-Novelle

25. Januar 2008
Pressemitteilung BBV – "Finger weg vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen"

12. November 2007
Süddeutsche Zeitung – Allgäuer Bauern gegen Gentechnik

11. September 2007
Erdinger SZ – Isener Landwirte wollen gentechnikfreie Zone

August 2007
BN-Aktuell – Gentechnikgesetzesnovelle von Agrarminister Seehofer und dem Bundeskabinett nicht ausreichend, um gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft zu sichern

27. Juli 2007
Bayr. Landw. Wochenblatt – DBV rät vom GVO-Anbau ab

14. Juni 2007
Dorfener Anzeiger – Wir Bauern sind in der Pflicht
Erdinger Bauern wollen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verhindern

Oktober 2006
Münchner Merkur – Milchwerk-Chef Hermann Jäger warnt vor Grüner Gentechnik

Oktober 2006
Münchner Merkur – Klares Nein zu Grüner Gentechnik
Arbeitsgemeinschaft "Ökologie auf Kirchengrund" bezieht Stellung

29. September 2006
BLW-Agrarpolitik – CSU verabschiedet kritisches Gentechnikpapier

Herbst 2006
Diözesanrat der Katholiken im Bistum Passau – Aus Verantwortung gegenüber der Schöpfung: Nein zur Grünen Gentechnik

2005
Deutscher Berufs und Erwerbs Imkerbund – Neue Gefährdung der Bienenhaltung durch die Einführung der Agro-Gentechnik

Mai 2005
Greenpeace – 10 Jahre Anbau von Gen-Pflanzen – eine Bilanz

9. Oktober 2004
Mehrheitlicher Beschluss der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising

Fachverband Biogas (Text wird nachgereicht)

Dachverband der Imker (Text wird nachgereicht)




 


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